Pharmakologisches Neuroenhancement mit Psychostimulanzien und artverwandten psychotropen Substanzen | chirurgische praxis Band: 85

Zusammenfassung : Pharmakologisches Neuroenhancement (PN) definiert die Einnahme diverser psychoaktiver Substanzen, um die kognitive Leistungsfähigkeit, v.?a. in Aufmerksamkeit, Konzentration, Vigilanz, Motivation und Gedächtnis, zu verbessern. Ein Teil der »Neuroenhancer« entstammt der Pharmakotherapie psychiatrischer Störungen, in der wiederum zunehmend pro-kognitive Effekte als ein bedeutsames Therapieziel gelten. Die Übersichtsarbeit sortiert die am häufigsten für ein PN eingesetzten psychotropen Substanzen – die sich grundlegend in (Psycho-)Stimulanzien (z.?B. Koffein, Stoffe vom Typ Amphetamine) und Nicht-Stimulanzien (z.B. Phytopharmaka, Antidementiva, Antidepressiva) unterteilen lassen – nach Zugangswegen, zeigt ihre klinischen und pro-kognitiven Effekte sowie Indikationen und ergänzt suchtmedizinische Aspekte. Bisherige Studien zeigen in Abhängigkeit der befragten Untersuchungsgruppe und der benutzten Fragetechnik zwar derzeit eine mehr oder weniger große Spannweite, weisen aber auf Lebenszeitprävalenzen von bis zu 20 % für die Verwendung von verschreibungspflichtigen oder illegalen PN-Substanzen hin; bei nichtverschreibungspflichtigen Substanzen liegen die Prävalenzraten noch deutlich darüber. Die Potenziale für Missbrauch und Abhängigkeit von PN-Substanzen sind dabei sehr unterschiedlich und v.?a. bei Stimulanzien vom Typ der Amphetamine zu beachten.

Autoren: S. Neumann, A. G. Franke, M. Soyka
Weitere Informationen: Arzneimittel-, Therapie-Kritik, Mediengruppe Oberfranken, Abhängigkeit, Kognition, Missbrauch, Neuroenhancement, Stimulanzien
ISSN: 0009-4846
Institut: Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Klinikum der Universität München; Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA), Mannheim; Medical Park Chiemseeblick, Bernau-Felden