internistische praxis

Jahr: 2015 - Band: 55 - Heft: 4 - Startseite: 719

Was ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, und wie wird sie diagnostiziert?

Autoren: C. REISER, A. HAGEL, L. RAITHEL, U. HETTERICH, J. KRESSEL, M. F. NEURATH und M. RAITHEL

Zusammenfassung

Nahrungsmittelunverträglichkeiten (NMU) beeinträchtigen mehr als 25–30% der Bevölkerung der Industrieländer. Der Hauptanteil der NMU liegt mit 15–20% bei den nicht-immunologisch bedingten Nahrungsmittelintoleranzen. Diese Gruppe reicht von den pseudoallergischen Reaktionen (Histamin, Salicylate), den Enzymopathien, idiopathischen Intoleranzreaktionen bis hin zu Infektionen, Mastozytose, neuroendokrinen Tumoren und psychosomatischen Reaktionen, die mit Unverträglichkeitsreaktionen assoziiert werden. Die Prävalenz der Nahrungsmittelallergie (NMA), der immunologisch bedingten Unverträglichkeitsreaktion, ist seltener und beträgt bei Erwachsenen nur etwa 2–5%, bei Kindern 5–10%.