internistische praxis

Jahr: 2016 - Band: 56 - Heft: 1 - Startseite: 125

Jugendliche Raucherinnen und Raucher in Deutschland

Autoren: B. ISENSEE, M. MORGENSTERN und R. HANEWINKEL

Zusammenfassung

In Deutschland sind über die letzten Jahre eine Abnahme der Häufigkeit des Rauchens bei Jugendlichen und eine Zunahme der Jugendlichen, die noch nie geraucht haben, zu beobachten. Im Jahr 2014 bezeichnen sich 9,7% der 12–17-Jährigen als Raucherin bzw. Raucher, 75,3% der Jugendlichen haben noch nie geraucht. Unter den rauchenden Jugendlichen findet sich sehr häufig ein verfestigtes Konsummuster mit täglichem Rauchen. E-Zigaretten und E-Shishas sowie Wasserpfeifen haben zudem in den letzten Jahren zunehmend auch bei Jugendlichen Verbreitung gefunden. Bedeutsame personale und soziale Einflussfaktoren auf das Rauchen sind ein höheres Alter, niedrige soziale Schicht, rauchende Freunde, die Exposition mit Tabakwerbung und dem Rauchen in Medien sowie bestimmte Persönlichkeitseigenschaften und psychopathologische Syndrome (u. a. ADHS). Eine Strategie in Prävention und Praxis sollte daher – neben einer Bestärkung der rauchfreien Jugendlichen – eine Konzentration auf diese Risikogruppen sein.