internistische praxis

Jahr: 2016 - Band: 56 - Heft: 2 - Startseite: 315

Narkolepsie

Autoren: G. Mayer

Zusammenfassung

Die Narkolepsie ist eine seltene Schlaf-Wach Störung. Die Hauptsymptome (exzessive Tagesschläfrigkeit, Kataplexie) sind Ausdruck einer Übergangsstörung von Wach, NREM- und REM-Schlaf. Die Narkolepsie wird deshalb auch als Modellerkrankung von vielen Schlafstörungen angesehen. Die Symptome sind vielschichtig und präsentieren sich bei Kindern und Jugendlichen anders als bei Erwachsenen, weshalb die Diagnose nicht immer einfach ist. Ihre psychosozialen Auswirkungen sind je nach Schweregrad zum Teil erheblich und führen oft zu Erwerbsunfähigkeit und Frühberentung, wenn sie nicht früh genug erkannt und behandelt werden. Die Diagnoselatenz ist immer noch sehr lang und beträgt derzeit in Europa noch bis zu 10 Jahren. Ursache ist das zumeist zeitlich unterschiedliche Auftreten der zwei Kernsymptome Tagesschläfrigkeit und Kataplexien oder die nur sehr diskrete Ausprägung der Symptomatik, die erst bei gezielter Befragung erkannt werden kann. Die Frühdiagnostik der Narkolepsie ist eine wesentliche Voraussetzung für die Verhinderung der genannten kostenverursachenden psychosozialen Folgezustände und der Beeinträchtigung der Lebensqualität der Patienten.