internistische praxis

Jahr: 2016 - Band: 56 - Heft: 2 - Startseite: 377

HIV-Integrase-Inhibitoren (INSTI) 2015

Autoren: C. D. Spinner

Einleitung

Bei weltweit über 35 Millionen HIV-infizierten Menschen werden auch in Deutschland unverändert über 3000 HIV-Neudiagnosen pro Jahr durch das RKI verzeichnet (1). Hierbei kommt insbesondere der Risikogruppe der homo- und bisexuellen Männer (MSM) eine entscheidende Bedeutung zu. Enorme Fortschritte der modernen antiretroviralen Therapie ermöglichen heute eine normale Lebenserwartung durch eine gut verträgliche und hocheffektive antiretrovirale Therapie (2). Während sich der Beginn der antiretroviralen Therapie (ART) kontinuierlich nach vorne verlagert hat, konnte hierdurch eine weltweit effektive Verringerung von HIV-Neuinfektionen gezeigt werden (3, 4). Darüber hinaus fanden sich in der START-Studie signifikante Hinweise für die verringerte Inzidenz von HIV/AIDS-assoziierten, sowie nicht-infektiösen Komplikationen und Todesereignissen durch eine frühe, CD4-Helferzellzahl-unabhängige ART (5). Bedeutenden Stellenwert an den Erfolgen der modernen ART hat die Gruppe der HIV Integrase Strang-Inhibitoren (INSTI). Während Nicht-Nukleosidische Integrase Inhibitoren (NNRTI) und Protease Inhibitoren (PI) als dritter Kombinationspartner einer Nukleosidischen Reverse Transkriptase Inhibitor (NRTI)-basierten Therapie zunehmend in den Hintergrund rücken, eignen sich die INSTI aufgrund einer schnellen Viruslastabsenkung, geringem Interaktionspotential und guter Verträglichkeit als gut geeignete Erstlinientherapieoption (6). Derzeit stehen 3 zugelassene INSTI in Deutschland zur Verfügung: Dolutegravir (DTG), Elvitegravir (EVG) und Raltegravir (RAL).