internistische praxis

Jahr: 2016 - Band: 56 - Heft: 3 - Startseite: 519

Neurogastroenterologie im Alter

Autoren: T. Frieling

Zusammenfassung

Die demographische Entwicklung in Deutschland führt zu einem überproportionalen Anstieg älterer Menschen, die zu einer Zunahme neurogastroenterologischer Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens, des Dünn- und Dickdarms führen wird. Dies hat erhebliche klinische Bedeutung durch die Entwicklung von Gewichtsverlust, Anorexie, verminderter Sozialfähigkeit und erhöhter Sterblichkeit mit erheblicher sozioökonomischer Belastung. Alterungsprozesse werden wesentlich durch eine differenzierte Neurodegeneration mit Schädigung des myenterischen Nervenplexus (cholinerge Degeneration) durch reaktive Sauerstoff- und Stickstoffsubstanzen bzw. durch Verminderung protektiver und reparierender Prozesse bestimmt. Hierbei können altersassoziierte neurogastroenterologische Funktionsstörungen grundsätzlich durch einen alternden Verdauungstrakt per se oder sekundär durch andere im Alter zunehmende Erkrankungen bedingt sein. Auch bei älteren Patienten sollte eine differenzierte Diagnostik durchgeführt werden, da in vielen Fällen therapeutische Optionen zur Verfügung stehen.