internistische praxis

Jahr: 2016 - Band: 56 - Heft: 3 - Startseite: 571

Nalmefen

Autoren: M. Soyka

Einleitung

Die Prävalenzraten für alkoholbezogene Störungen liegen in den meisten Industrieländern bei 7–10% [1]. Zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit stehen eine Reihe psychosozialer und therapeutischer Ansätze zur Verfügung: z.B. kognitiv-behaviorale Therapien, andere verhaltenstherapeutische Ansätze, »motivational enhancement« Therapien, Paar- und Familientherapien, achtsamkeitsbasierte und sogenannte 12-Schritte-Therapien der Anonymen Alkoholiker (Übersicht in [1]). Trotzdem liegen die Rückfallraten auch nach langfristigen Entwöhnungstherapien häufig bei über 50%. Sieht man von Disulfiram ab, das auf dem deutschen Markt nicht mehr zur Verfügung steht, wird zur pharmakogestützten Rückfallprophylaxe bei Alkoholabhängigkeit der Glutamat-Modulator Acamprosat sowie der Opioid-Antagonist Naltrexon eingesetzt. Für beide Medikamente liegt eine ausreichende Evidenzbasierung vor [2–4]. Demnach scheint gesichert, dass Acamprosat vor allem einen gewissen Effekt auf die Abstinenzrate hat, Naltrexon führt vor allem zu einer Trinkmengen-Reduktion.