internistische praxis

Jahr: 2016 - Band: 57 - Heft: 1 - Startseite: 47

Clostridium difficile-Infektion

Autoren: F. Allerberger1, C. Högenauer2

Zusammenfassung

Clostridium difficile-Infektion (CDI) ist eine Hauptursache von Antibiotika-assoziierter Diarrhö, sowohl in Gesundheitseinrichtungen der stationären Versorgung als auch im niedergelassenen Bereich. Patienten unter Antibiotikatherapie haben im ersten Monat nach Absetzen einer Antibiotikatherapie ein 7- bis 10-fach erhöhtes Risiko für CDI; noch drei Monate nach Absetzen einer antibiotischen Therapie ist das CDI-Risiko um den Faktor 3 erhöht. Das klinische Leitsymptom der CDI ist das Auftreten von Durchfall. Das Erkrankungsrisiko ist für Personen im fortgeschrittenen Alter deutlich erhöht. Bei Säuglingen und Kleinkindern findet sich oft eine asymptomatische C. difficile-Kolonisation. Das Bild einer pseudomembranösen Kolitis wird fast ausschließlich durch C. difficile verursacht und ist somit pathognomonisch für diese Infektion. Ansonsten rechtfertigen ein positiver Laborbefund und das entsprechende klinische Bild die Diagnose CDI. Die bildgebende Diagnostik mit radiologischen Verfahren dient vor allem dem Nachweis von Komplikationen bei schwerer CDI. Bei milder CDI stehen Rehydrierung, Metronidazol oral und – falls klinisch vertretbar – Absetzen des auslösenden Antibiotikums im therapeutischen Vordergrund. Bei schwerer C. difficile-Kolitis wird die Therapie mit oralem Vancomycin oder Fidaxomicin bevorzugt. Bei ca. 15 – 35 % der Erkrankungen kommt es trotz gezielter Antibiotikatherapie zu einem Rezidiv der Krankheit. Fidaxomicin hemmt auch die Sporenbildung, was die Rezidivrate senkt und in einer verminderten Kontamination der patientennahen Krankenhausumgebung resultiert. Dass prophylaktisch eingesetzte Probiotika die Häufigkeit einer CDI reduzieren, ist derzeit noch fraglich; es gibt positive Hinweise aus mehreren Studien. CDI hat die Bedeutung von Händewaschen (zusätzlich zur Händedesinfektion) und von sporozider Flächendesinfektion deutlich gesteigert. Inwieweit sich der neue Name Clostridioides difficile in der Praxis durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.