internistische praxis

Jahr: 2016 - Band: 57 - Heft: 1 - Startseite: 157

Arzneimittel in der Stillzeit

Autoren: C. Schäfer1, D. Schröder-Dumke2

Zusammenfassung

Der Übertritt von Arzneimitteln in die Muttermilch und mögliche Folgen für den Säugling sind von mehreren Faktoren abhängig. In Abhängigkeit von den physiko-chemischen Eigenschaften des Wirkstoffs (Lipophilie, Molekülgröße, Plasmaeiweißbindung) und den Transportwegen – aktiver Transport, Diffusion – zeigen sich unterschiedliche Konzentrationsverläufe in der Muttermilch je nach Anfluten des Wirkstoffes im Blut der Mutter. Neben diesen Aspekten sind sowohl die pharmakologischen Gegebenheiten im Organismus der Mutter als auch die sich erst nach und nach komplett entwickelnde Metabolisierungsleistung des Säuglings zu berücksichtigen. In den meisten Fällen kann die Arzneitherapie der Mutter durchgeführt werden, ohne dass gesundheitliche Folgen für den Säugling zu erwarten sind. Eine strenge Kontraindikation für das Stillen gilt für Zytostatika, Radiotherapeutika, jodhaltige Desinfektions- oder Kontrastmittel, Kombinationstherapien mit mehreren Psychopharmaka und Antiepileptika, Dauertherapie mit Opioiden und hochdosiertes Vitamin A und D.