internistische praxis

Jahr: 2017 - Band: 57 - Heft: 2 - Startseite: 217

Arzneimitteltherapie beim benignen Prostatasyndrom – aktueller Stand

Autoren: F. Strittmatter, C.G. Stief, C. Gratzke

Zusammenfassung

Die medikamentöse Therapie zur Behandlung von Patienten mit mäßigen bis schweren Symptomen des unteren Harntraktes ist dann indiziert, wenn zuvor strenge Operationsindikationen ausgeschlossen wurden. Zusatzlich sollte eine leitliniengerechte Diagnostik durchgefuhrt werden. Bei der medikamentosen Therapie kann zwischen der Monotherapie und der Kombinationstherapie unterschieden werden. Faktoren wie das Ausmas der Symptome, das Alter des Patienten, die Grose der Prostata, die Hohe des PSA-Wertes und der Grad der Obstruktion sind wichtige Entscheidungshilfen, um eine sinnvolle medikamentose Therapie zu empfehlen. Die Medikation mit α1-Blocker und PDE5-Inhibitoren fuhrt zu einer raschen Symptomverbesserung, mit 5α-Reduktaseinhibitoren kann die Progression positiv beeinflusst werden. Antimuskarinika werden dann verordnet, wenn die Blasenspeicherstorungen im Vordergrund stehen. Leitliniengerechte Empfehlungen zur Anwendung von Phytotherapeutika konnen nicht gegeben werden, wenngleich sie haufig angewendet werden. Mit Hilfe einer sinnvollen Kombination der Praparate versucht man, die klinischen Vorteile der Einzelsubstanzen zu nutzen. Ziel dieses Artikels ist es, einen Überblick über die aktuellen medikamentösen Behandlungsoptionen des BPS zu geben, und wie diese individuell eingesetzt werden können.