internistische praxis

Jahr: 2017 - Band: 57 - Heft: 2 - Startseite: 227

Therapeutisches Vorgehen bei der Analfissur

Autoren: J. Jongen, J. Schumacher, V. Kahlke

Zusammenfassung

Die Analfissur ist ein haufiges Krankheitsbild, das durch starke Schmerzen bei und nach dem Stuhlgang gepragt wird. Ursachen sind eine Traumatisierung des Anoderms durch z. B. Obstipation oder Diarrho. Die akute Fissur besteht noch nicht lange (<6 – 8 Wochen) und hat noch keine Begleiterscheinungen, die chronische Fissur besteht schon langer und hat Begleiterscheinungen wie Vorpostenfalte, Papille, fibrotische Rander usw. Die meisten Fissuren sind dorsal, weniger als 20 % sind ventral lokalisiert. Die arterielle Versorgung des Anoderms ist dorsal schlechter, was zu einer Heilungsstorung und zu einer Chronifizierung fuhren kann. Zudem wird immer wieder ein erhohter Ruhedruck als Ursache fur die Fissur diskutiert, dieser ist aber nicht immer vorhanden. Die konservative Therapie besteht aus: Stuhlregulierung, Sitzbadern, topische Anwendung von relaxierenden Substanzen und/oder Injektion von Botulismustoxin A. Die operative Therapie besteht aus: vorsichtige Dehnung des Analkanals, Exzision der Fissur samt Begleiterscheinungen unter Anlage eines ausreichend großen Drainagedreieckes und sekundäre Wundheilung. Postoperativ können auch die konservativen Maßnahmen zusätzlich eingesetzt werden.