internistische praxis

Jahr: 2017 - Band: 57 - Heft: 3 - Startseite: 515

Riociguat

Autoren: T. Weiß, H. Leuchte

Einleitung

Riociguat ist der erste klinisch verfugbare Stimulator der loslichen Guanylatzyklase und ist damit der einzige Vertreter einer neuartigen Substanzklasse. Die primare Zulassung erfolgte zur Behandlung bestimmter Unterformen des Lungenhochdrucks (pulmonale Hypertonie, PH) [1]. Diese fuhrt zu einer progredienten Belastungsdyspnoe und Leistungsminderung und ist hamodynamisch definiert als ein in der Rechtsherzkatheter-Untersuchung gemessener pulmonal-arterieller Mitteldruck von ≥25 mmHg in Ruhe. Die PH kann dabei auf dem Boden assoziierter Erkrankungen oder vollig eigenstandig, aber auch familiar bestehen (idiopathische bzw. familiare Form der PAH). Zur besseren Unterscheidung der unterschiedlichen Entitaten besteht eine klinische Gliederung in 5 Gruppen [2]. Dabei stellen die pulmonalarterielle Hypertonie (PAH, Gruppe 1) und die chronisch thromboembolische Form der PH (CTEPH, Gruppe 3) die klassischen Erkrankungen des prakapillaren pulmonalen Gefassystems dar. Die Gruppen 2, 3 und 5 umfassen entweder Erkrankungen des linken Herzens (Gruppe 2), der Lunge (Gruppe 3) oder weitere Erkrankungen, die multifaktoriell eine PH auslosen konnen (Gruppe 5). Der aktuelle Zulassungsstatus fur Riociguat erstreckt sich auf die PAH (Gruppe 1) und die nicht operable bzw. nach chirurgischer Therapie rekurrierende oder persistierende CTEPH (Gruppe 4). Dabei ist zu berucksichtigen, dass die CTEPH eine Sonderstellung einnimmt, da sie grundsatzlich (mittels Pulmonalis-Endarterektomie) als chirurgisch therapier- und ggf. sogar heilbar gilt. In der Indikation CTEPH stellt Riociguat die einzige medikamentose zielgerichtete Therapie dar. Fur die PAH stehen weitere bewahrte Substanzklassen zur Verfugung.