internistische praxis

Jahr: 2018 - Band: 59 - Heft: 4 - Startseite: 633

Hormonelle Kontrazeption und Thrombose - was muss man beachten?

Autoren: S. E. Segerer

Zusammenfassung

Venöse Thromboembolien sind ein seltenes Ereignis bei Frauen im reproduktiven Alter. Wichtig vor Erstverordnung einer hormonellen Kontrazeption ist daher die vorherige Identifikation von bereits vorliegenden, potenzierenden Risikofaktoren (angeboren: Thrombophilien; erworben: Alter, Adipositas, Rauchen, Immobilität etc.), um das individuelle Risiko der jeweiligen Patientin adäquat einschätzen zu können. Der Einsatz von COC ist mit einer Steigerung des VTE-Risikos assoziiert. Wichtiger Faktor hinsichtlich des VTE-Risikos ist dabei das in den kombinierten Präparaten enthaltene Ethinylestradiol, sodass die Dosis der hoch dosierten Präparate der Vergangenheit (>50 μg) reduziert wurde. Ob eine weitere Reduktion der Ethinylestradioldosis (<35 μg) zu einer weiteren Senkung des VTE-Risikos führen kann, ist dabei umstritten. Hinsichtlich der Gestagenkomponente sind Präparate mit LNG mit dem geringsten VTE-Risiko assoziiert. Allerdings scheint die absolute Risikoerhöhung im Vergleich zu den »neueren« Gestagenen (Desogestrel, Gestoden, Drospirenon) gering auszufallen. Ähnlich wie bei oraler Anwendung wird auch eine Steigerung des VTE-Risikos bei Anwendung des Pflasters und des Rings beobachtet. Dagegen konnte bei Einsatz der meisten Gestagenmonopräparate (Gestagenpillen, -Implantate und dem