internistische praxis

Jahr: 2018 - Band: 59 - Heft: 4 - Startseite: 659

Burn-out - Krankheit, Ideal und Tragik

Autoren: H. Albrecht

Zusammenfassung

Burn-out bezeichnet einen progredienten Erschöpfungszustand mit Unfähigkeit zur Erholung und Motivationsverlust und ist von zahlreichen vegetativen Symptomen begleitet. Die Diagnose ist weit verbreitet, obwohl sie umstritten ist – Tendenz exponentiell steigend. Dennoch zögern viele Betroffene lange, sich als krank zu erkennen. In hohem Prozentsatz sind auch Ärzte davon betroffen. Ein Kernproblem dabei ist das Zusammentreffen von harten Arbeitsbedingungen, hohem Berufsethos und Leistungs- wie Erfolgsansprüchen an sich selbst. Das wird am historischen Beispiel des Pioniers der Individualpsychologie Alfred Adler näher untersucht, sein plötzlicher Tod mitten in einem rastlosen Kampf um seine Lehre als tragischer Preis eines larvierten Burn-outs diskutiert, nicht zuletzt unter Zuhilfenahme seiner eigenen genialen Konzepte der persönlichen Fiktionen, die heute noch von Bedeutung sind. Das diagnostische Konstrukt Burn-out wird als wegweisend im Sinne eines Paradigmensprungs medizinisch-psychologischer Diagnostik entwickelt und Wege der Therapie mit den übergreifenden Zielen zur Bewältigung des Burn-outs aufgezeigt.