internistische praxis

Jahr: 2019 - Band: 60 - Heft: 2 - Startseite: 324

Präoperative Aufklärung eines der deutschen Sprache nicht oder kaum mächtigen Patienten

Autoren: G. H. Schlund

Einleitung

Das juristische Risiko und der Vorwurf, der Arzt habe bei der Behandlung seines Patienten einen Behandlungsfehler (Ausnahme bei einem groben) begangen und er auf Schadensersatz verklagt wird, ist deshalb reduziert, weil diesen Vorwurf der Patient – meist mittels eines medizinischen Sachverständigen – beweisen muss. Ganz anders verhält sich die Rechtslage bei Gericht, wenn dem Arzt vorgeworfen wird, er habe seinen Patienten vor dem Eingriff oder der medizinischen Maßnahme nicht ordnungsgemäß aufgeklärt. Diesen Beweis muss der Arzt führen. Eine solche Aufklärung muss den Anforderungen der Rechtsprechung genügen, ansonsten kann sich der Arzt nicht exkulpieren und es kommt zur Schadensersatzverurteilung. Im Übrigen droht ihm auch noch ein Strafverfahren wegen Körperverletzung. Ordnungsgemäß ist die Aufklärung aber nur dann, wenn sie rechtzeitig erfolgt, alle