internistische praxis

Jahr: 2019 - Band: 60 - Heft: 2 - Startseite: 349

Die Chagas-Krankheit

Autoren: M. Bender, M. Pritsch, S. Parisi, T. Zoller

Zusammenfassung

Durch globale Migrationsbewegungen gelangt auch der Erreger der Chagas-Erkrankung – Trypanosoma cruzi (T. cruzi) – nach Europa. T. cruzi wird in endemischen Gebieten durch Raubwanzen übertragen und führt zu einer akuten und unbehandelt zu einer chronischen Infektion. Diese führt in ca. einem Drittel der Fälle zu Komplikationen mit kardialen und gastrointestinalen Organschäden. In Gebieten, in denen der Vektor nicht vorkommt, kann die Infektion durch Bluttransfusionen, von der Mutter auf das Kind und durch Organtransplantation übertragen werden. Bei Patienten mit lateinamerikanischer Herkunft sollte an eine mögliche Infektion mit T. cruzi gedacht werden und eine serologische Diagnostik als Screening erfolgen. Im Falle eines positiven Tests sollten weitere Untersuchungen zum Ausschluss von Organkomplikationen durchgeführt und der Patient anschließend für eine antiparasitäre Therapie evaluiert werden. Benznidazol und Nifurtimox stehen für diese Therapie zur Verfügung. Die Therapie sollte in Zentren erfolgen, die mit der Behandlung der Chagas-Krankheit und