internistische praxis

Jahr: 2019 - Band: 60 - Heft: 3 - Startseite: 405

Mikrobiologische Diagnostik und Therapie von Harnwegsinfektionen bei Frauen - ein Update

Autoren: S. Schubert, F. M. E. Wagenlehner

Zusammenfassung

Harnwegsinfektionen (HWIs) zählen immer noch zu den häufigsten Infektionen der frauenärztlichen Praxis. Abgrenzend hiervon sind asymptomatische Bakteriurien, die nur in Ausnahmefällen (z.?B. Schwangerschaft) behandlungsbedürftig sind. Unkomplizierte untere HWIs (Zystitis) werden klinisch diagnostiziert und kalkuliert antibiotisch therapiert unter Einsatz ausgewählter Substanzen mit fokussiertem Wirkspektrum. Bei Vorliegen oberer (Pyelonephritis) und komplizierter HWIs ist eine mikrobiologische Diagnostik mit Urinkultur obligat. Bei der Diagnostik und Therapie von HWIs in der Gynäkologie sollten im Wesentlichen die Empfehlungen der neuen S3-Leitlinie »Unkomplizierte Harnwegsinfektionen« beachtet werden und »Antibiotic-Stewardship«-Aspekte integriert werden. Ein unkritischer Einsatz nicht indizierter Reserveantibiotika (insbesondere der Fluorchinolone und Cephalosporine) sollte unterbleiben. Jedes Antibiotikum kann Kollateralschäden verursachen und sollte deswegen kritisch hinterfragt werden. Ein umsichtiger Umgang mit Antibiotika bei der Therapie von HWIs ist daher von herausragendem Interesse, um langfristig die Einsatzfähigkeit der antibiotischen Therapie zu sichern.